Abenteuer in der Wüste

Nun reichte es auch Jay. Er kramte sein Handy heraus – ein Satellitentelefon? Denn ich wundere mich noch heute, wie man in diesem Nirgendwo Handyempfang bekommt. Egal, ein kurzes Telefonat und er versicherte uns: „Alles klar, in zwei Stunden ist Hilfe da.” Ich musste unweigerlich an meine ADAC-Karte denken und rechnete im Kopf durch, wie langes es wohl dauern wird, bis uns die gelben Engel ausfliegen würden. Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen und zurück zu unserem Camp gebeten, wo wir ein weiteres ungeplantes Mittagessen serviert bekamen.

Doch zuvor bekamen wir Gelegenheit, unseren Gastgebern bei der Zubereitung desselben zuzusehen. Es gab Tsuivan, ein typisch mongolisches Gericht mit Nudeln, Gemüse und Fleisch. Es ist erstaunlich, mit welch routinierten Handgriffen die ausnahmslos frischen Zutaten zubereitet und die Nudeln selbstgemacht wurden. Und mit wie wenigen Gewürzen die mongolische Küche auszukommen scheint. Es wurde lediglich Salz verwendet. Zum Nachwürzen wurde dann Ketchup gerecht. Auch nicht schlecht.

Kaum hatten wir das Essen auf dem Tisch, da hörten wir draußen einen Wagen. Unsere Rettung! Jay verschwand für ein kleines Weilchen und während wir unsere Teller wie auf der letzten Reisegutschein online finden Reise leerten, hörten wir draußen auch den zweiten Wagen starten. Geschafft? Ja. Es handelte sich zwar nicht um einen gelben Engel, dafür aber um einen weiteren Jeep unseres Hostels, der hier drei uns wohlbekannte Gestalten ablieferte.

Wir begrüßten einander, da wir uns bereits aus Ulan Bator kannten und teilten in aller Kürze die gemachten Erfahrungen. Zu unserer Überraschung erzählten uns die drei, wie es ihrem Fahrer binnen wenigen Minuten gelang, unseren Jeep zum Laufen zu bringen: Er füllte lediglich etwas Sprit ab und betankte unser Gefährt. Aha. Jay schwieg sich über diesen Umstand beharrlich aus.

Uns war es egal. Mit fünfstündiger Verspätung traten wir den Rückweg an, der sich glücklicherweise recht unspektakulär ausnahm. Spät abends erreichten wir Ulan Bator und unser Hostel. Erst in dieser Umgebung wurden wir gewahr, wie sehr wir eigentlich stanken. Der Duft unserer ungewaschenen Leiber wurde lediglich von dem penetranten Geruch nach Pferde- oder Kamelstall überlagert. Die Betreiberin unseres Hostels empfing uns mit den Worten: „Ihr freut euch bestimmt auf eine heiße Dusche.” So war es. Und wir genossen sie.

Hahaha, an Ende also doch wieder der Klassiker ! Immer wieder interessant, dass keine Menschenseele auf die Idee kommt, mal etwas anderes zu prüfen als die Batterie. Ich hoffe, Ihr merkt Euch das gut für weitere motorisierte Ausflüge in die Wildnis, in welchem Land sie dann auch stattfinden mögen. Auf jeden Fall habt Ihr erneut was erlebt und hoffentlich auch dazugelernt. Super Unterhalteung !