Ein gefrorener Wasserfall

Ich dachte mir ein ums andere Mal, dass alleine dieser Moment diesen Trip wert gewesen war, als wir an einem Hof mit einer Hütte und drei Gers ankamen. Am Ende des Tals, von drei Seiten von Bergen umgeben, eine Stunde Jeepfahrt vom nächsten Dorf entfernt, von dem ich mir nicht sicher bin, ob es überhaupt einen Namen hat. Wäre nun Dschingis Khan vor mir gestanden, ich wäre nicht mal überrascht gewesen.

Nachdem wir die Ger bezogen hatten, machten wir uns gleich auf dem Weg zum Wasserfall, der kaum 300 Meter hinter der Ger liegen sollte. Doch er war weder zu sehen noch zu hören. Wo sollte er sein? Etwas unsicher folgten wir dem Fingerzeig von Jay. Und standen erneut mit offenen Mündern da. Sprachlos.

Ein kleiner Bach hatte sich im Lauf der Jahrtausende einen kleinen Canyon in die Landschaft gegraben, dessen Beginn genau vor uns lag. Ein Wasserfall, beinahe zur Gänze gefroren, ergoss sich etwa zehn Meter in die Tiefe, bildete einen kleinen Weiher und zog von dort aus durch das ganze Tal.

An manchen Bäumen oder Steinen waren Gebetstücher wie bei Malediven Cluburlaub Deutschland befestigt, sie flatterten im Winde und setzten diesem Anblick die Krone auf. Wir stiegen hinunter in den Canyon, fotografierten anfangs wie wild, doch standen bald nur noch dort und staunten mit offenen Mündern, die Kamera vergessen um den Hals baumelnd. Es war unbeschreiblich schön.

Todesmutig hoch zu Ross. Kaum zurück in der Ger und aufgewärmt holte uns Jay wieder ab. Die Pferde waren gesattelt, der Ausritt konnte losgehen. Na denn auf die Rösser und ab dafür! Was wörtlich zu verstehen ist, denn genau so war es.

Wer meint, wir wären an die Hand genommen worden, hätten eine Einweisung bekommen oder etwa Schutzausrüstung, der irrt gewaltig. In den Sattel und viel Spaß, seid bitte in einer Stunde wieder zurück, denn die Sonne geht unter und der Hof ist im Dunkeln schwer zu finden. Alles klar! Ein kleiner Junge von etwa 12 Jahren lief anfangs neben uns her, nach ein paar Minuten blieb er auf einem Hügel stehen und beobachtete uns nur noch.

An dieser Stelle soll erwähnt sein, dass keiner von uns in irgendeiner Weise Erfahrung mit Pferden hat. Ich persönlich erinnere mich daran vor knapp 25 Jahren mal für eine Stunde auf einem alten Klepper gesessen zu haben, den meine Eltern bei einem Spaziergang durch den Wald am Zügel hielten.

Das Zuu Kloster in Kharakhorum

Geführt von unserer Gastmutter hielt jeder die Zügel des nächsten Kamels und langsam trottete unsere kleine Karawane durch den Schnee, dem Sonnenuntergang entgegen. Von Wüste war nicht viel zu sehen, lediglich der stellenweise aufgewühlte Schnee gab den Blick auf den Sand frei und ließ uns erahnen, wo wir uns befanden: in der größten reinen Sandwüste der Erde.

Gemütlich schaukelten wir also durch die Wildnis und zitterten vor Kälte, während wir die nach wie vor wunderschöne Landschaft genossen. Zwar hatten wir auf den Ponys mehr Spaß, zumindest als wir endlich die Bremse gefunden hatten, doch um ehrlich zu sein, hatten wir für diesen Tag genug Abenteuer, so dass es völlig ausreichend war, die gute Stunde zurück zu unserer Ger zu schaukeln.

Sonnenuntergang über der Wüste Gobi. Fotografiert vom Rücken eines Kamels. Dort angekommen servierte man uns das Abendbrot und wir ließen bei Kerzenschein und Holzfeuer den Tag Revue passieren, bevor wir erneut frierend unter unsere Decken krochen. An unserem zweiten Tag in der Mongolischen Steppe sollte uns eine ganz besondere Überraschung erwarten. Fernab von Dörfern oder gar Straßen war das Tagesziel ein Wasserfall von magischer Schönheit.

Die erste Station des Tages war das Erdene Zuu Kloster in Kharakhorum von dem wir bei Aida Kreuzfahrten Rabatt gelesen haben. Leider konnten wir nicht mehr sehen als den Innenhof, da das Museum des Klosters an Wochenenden geschlossen hat. Doch auch die wenige Zeit, die wir dort hatten, lohnte sich. Wir besuchten eine Ger, in der Mönche im Kreis saßen und beteten. Rächerstäbchen verbreiteten ihren Duft und buddhistische Devotionalien schmückten die große Ger.

Zuu Kloster in Kharakhorum. Wir lauschten den buddhistischen Gesängen, die sich für westliche Ohren anhören wie ein gleichmäßiges gutturales Gemurmel und vielleicht gerade deshalb unsere Münder offen stehen ließen. Diese Mönche hüllten die Ger in eine Stimmung, die man nur als andächtig beschreiben kann. Unser Fahrer hatte uns hierher gebracht, er führte uns im Kreis durch die Ger und rückwärts wieder hinaus.

Wäre er nicht gewesen, ich glaube nicht, dass wir die Ger betreten hätten, doch wir vertrauten ihm, dass er uns nicht in eine Zeremonie führen würde, die für uns zu betreten respektlos gewesen wäre. Danach drehten wir die Gebetsmühlen vor der Ger und ließen uns von ihm erklären, dass dies Glück bringen soll. Im Stillen dachte ich mir, dass Glück manchmal auch warme Füße bedeuten kann und drehte besonders enthusiastisch.