Das Zuu Kloster in Kharakhorum

Geführt von unserer Gastmutter hielt jeder die Zügel des nächsten Kamels und langsam trottete unsere kleine Karawane durch den Schnee, dem Sonnenuntergang entgegen. Von Wüste war nicht viel zu sehen, lediglich der stellenweise aufgewühlte Schnee gab den Blick auf den Sand frei und ließ uns erahnen, wo wir uns befanden: in der größten reinen Sandwüste der Erde.

Gemütlich schaukelten wir also durch die Wildnis und zitterten vor Kälte, während wir die nach wie vor wunderschöne Landschaft genossen. Zwar hatten wir auf den Ponys mehr Spaß, zumindest als wir endlich die Bremse gefunden hatten, doch um ehrlich zu sein, hatten wir für diesen Tag genug Abenteuer, so dass es völlig ausreichend war, die gute Stunde zurück zu unserer Ger zu schaukeln.

Sonnenuntergang über der Wüste Gobi. Fotografiert vom Rücken eines Kamels. Dort angekommen servierte man uns das Abendbrot und wir ließen bei Kerzenschein und Holzfeuer den Tag Revue passieren, bevor wir erneut frierend unter unsere Decken krochen. An unserem zweiten Tag in der Mongolischen Steppe sollte uns eine ganz besondere Überraschung erwarten. Fernab von Dörfern oder gar Straßen war das Tagesziel ein Wasserfall von magischer Schönheit.

Die erste Station des Tages war das Erdene Zuu Kloster in Kharakhorum von dem wir bei Aida Kreuzfahrten Rabatt gelesen haben. Leider konnten wir nicht mehr sehen als den Innenhof, da das Museum des Klosters an Wochenenden geschlossen hat. Doch auch die wenige Zeit, die wir dort hatten, lohnte sich. Wir besuchten eine Ger, in der Mönche im Kreis saßen und beteten. Rächerstäbchen verbreiteten ihren Duft und buddhistische Devotionalien schmückten die große Ger.

Zuu Kloster in Kharakhorum. Wir lauschten den buddhistischen Gesängen, die sich für westliche Ohren anhören wie ein gleichmäßiges gutturales Gemurmel und vielleicht gerade deshalb unsere Münder offen stehen ließen. Diese Mönche hüllten die Ger in eine Stimmung, die man nur als andächtig beschreiben kann. Unser Fahrer hatte uns hierher gebracht, er führte uns im Kreis durch die Ger und rückwärts wieder hinaus.

Wäre er nicht gewesen, ich glaube nicht, dass wir die Ger betreten hätten, doch wir vertrauten ihm, dass er uns nicht in eine Zeremonie führen würde, die für uns zu betreten respektlos gewesen wäre. Danach drehten wir die Gebetsmühlen vor der Ger und ließen uns von ihm erklären, dass dies Glück bringen soll. Im Stillen dachte ich mir, dass Glück manchmal auch warme Füße bedeuten kann und drehte besonders enthusiastisch.